Ein Interview mit Scarlett Steiner von Fork & Flower

Zwischen Mehl, Meringue & Marketing

Eintönige Arbeitstage? Die sind Scarlett Steiner völlig fremd. Schon lange ist sie als Strategin und Planerin im Bereich Werbung & Marketing tätig, seit acht Jahren kocht und fotografiert sie nebenher für ihren Blog www.forkandflower.com. SPAR wurde auf sie aufmerksam und hat Scarlett kontaktiert. Das Ergebnis: Ab dieser Ausgabe von "Neues vom Nachbarn" wird die talentierte Zürcherin für jedes Heft vier neue Rezepte in Bild und Text präsentieren.

Und Sie können Scarlett ganz persönlich kennenlernen: Lesen Sie das Interview, in dem sie über ihre kulinarischen Kindheitserinnerungen spricht, über die drei Lebensmittel, auf die sie nie verzichten könnte, und darüber, mit welchem Produkt sie noch nie gekocht hat.

Scarlett Steiner

Wenn Sie schon beim Durchblättern der folgenden Rezept-Seiten hungrig werden, ist das dem Talent einer besonderen Frau geschuldet: Food-Bloggerin Scarlett Steiner. Mit dem Start des neuen Magazin-Designs beginnt auch unsere Zusammenarbeit mit der talentierten Innerschweizerin, die seit mehr als sieben Jahren online ihre Koch- und Backkünste auf www.forkandflower.com unter Beweis stellt. Ein kleines Interview mit einer, die sich ganz dem guten Bauchgefühl verschrieben hat.

Scarlett, wieso genau bloggst du?

Eigentlich komme ich aus dem Bereich Marketing und Werbung, begeistere mich aber schon seit ewig für Kochen, Backen und Food-Styling. Um dieser Leidenschaft ein Ventil zu geben, habe ich vor über sieben Jahren «Fork & Flower» ins Leben gerufen. Der Blog vereint meinen künstlerischen Anspruch mit dem schönen Gefühl, andere Menschen zu inspirieren. Und der Möglichkeit, nach getaner Arbeit das Endprodukt zu essen – was mit Mediaplänen oder Marketing-Strategien entschieden schwieriger ist.

Du balancierst also zwischen Auftragskommunikation und der Arbeit in der Küche. Was sind für dich die grössten Unterschiede zwischen den beiden Feldern?

Der eindeutigste ist, dass ich bei «Fork & Flower» meine eigene Chefin bin. Dann der Rollenwechsel: Statt Strategie oder Projektleitung zu übernehmen – was ich in der Kommunikationsbranche tue –, bin beim Blog ich selber die Kreative. Das erfordert zuweilen ein Umdenken. Als Kreative muss ich mich manchmal noch behaupten, werde aber als Content Creator – sprich: Rezepte-Kreateurin, Stylistin, Fotografin – zunehmend ernst genommen, wie die stetig zunehmenden Anfragen von Marken aus dem Food- und Lifestyle-Bereich zeigen. Das ist eine wunderschöne Erfahrung.

Erinnerst du dich noch an das erste Kocherlebnis deines Lebens?

Nicht aktiv, nein. Was mir aber besonders lebhaft in Erinnerung geblieben ist, sind unsere Freitagabende. Da hatten wir immer Familienessen – egal, was war. Jedes Essen meiner Mutter war ein Highlight, ein kleines Fest und eine Insel im Alltag. Die Eindrücke davon begleiten mich bis heute: Man kam nach Hause, roch schon im Gang die Düfte aus der Küche, versuchte, zu erraten, was heute auf dem Menü stand. Dann habe ich meiner Mutter oft dabei zugeschaut, wie sie herumwuselte und kochte. Und so schon einiges mitbekommen.

Und was war dein Lieblingsessen, als du noch klein warst?

Ein Menü bestehend aus Rohkostsalat mit Rüebli, Fenchel, Stangensellerie und Kohlrabi an einer Zitronensauce, Hörnli mit Apfelmus und Brösmeli, und zum Dessert Mamis Schoggikuchen vom Blech.

Du sagst, dass du genau so fotografierst wie du kochst. Erklär uns das, bitte.

Ich liebe es, zu kochen und zu backen, habe es aber nie professionell gelernt. Genau so ist es auch mit dem Fotografieren. Für meine ersten Blog-Posts habe ich die Gerichte noch mit dem Handy fotografiert, doch mit der Zeit zeigten immer mehr Food-Blogger immer tollere Bilder von umwerfend schöner Qualität. Ich wurde mit meinen eigenen Bildern immer unzufriedener und habe mir deshalb nach und nach besseres Equipment zugelegt und nach neuem Wissen gesucht. Seither habe ich viel gelernt über Food-Styling, Lichtverhältnisse, den richtigen Winkel, den manuellen Modus und die Bildbearbeitung. Gleichzeitig mag ich es, wenn etwas nicht allzu perfekt aussieht und der Zufall wirken kann.

Gibt es ein Lebensmittel, das du noch nicht selbst verarbeitet hast?

Obwohl ich kein grosser Fan von Meeresfrüchten bin, finde ich Polpo von Aussehen und Konsistenz her sehr spannend. An ein Tintenfisch-Rezept habe ich mich bisher aber noch nicht gewagt.

Und wenn du deinem Leben nur noch drei Speisen essen dürftest, welche wären das?

Oh wow. Hmmm. Ich würde mich dann wohl oder übel auf Pizza, Brot (zum Beispiel Brezen) und Käse aller Art beschränken – und hoffen, dass auch eine ganze Lebensmittelkategorie gilt. (lacht verschmitzt)

Vielen Dank für deine Zeit, liebe Scarlett. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dir.

Banner