Gut Ding braucht Weile

«Décanter» entstammt der Muttersprache des Weines, dem Französischen und bezeichnet die Trennung von Fest- und Flüssigstoffen durch das "Absetzen". Ziel ist es, den unerwünschten Weinstein und Bodensatz - das Depot - vom Wein zu trennen.

Im Idealfall dient hierfür die Glaskaraffe, die nach der gründlichen Reinigung mit einem kleinen Schluck des zu dekantierenden Weines ausgeschwemmt und somit von Fremdgeschmack befreit wird. Den Flaschenhals über eine brennenden Kerze halten, um ihn zu «durchleuchten». Dann giesst man den edlen Tropfen ganz vorsichtig und ohne die Flasche abzusetzen in die Karaffe. Der Kerzenschein hilft hier, das Depot zu erkennen - durch gezieltes An- und Abheben der Flasche wird nun darauf geachtet, dass das Depot in der Flasche bleibt und der reine Wein in den Dekanter gegossen werden kann.

Der Jungwein

Beim Jungwein darf gut und gerne auf das Dekantieren verzichtet werden. Zum Einen hat dieser meist noch kein Depot gebildet und zum Anderen kann dadurch leicht das fruchtige Erlebnis auf der Strecke bleiben - gerade bei unfiltrierten Auslesen.

In der Reifephase

Bei Weinen in der Reifephase, sprich sich im zweiten Drittel der Flaschenreife befindend, ist das Dekantieren eine eher diffizile Angelegenheit - zu unterschiedlich verhalten sich die verschieden Trauben, als dass man hier eine Grundregel festmachen kann. Grundsätzlich gilt, durch das Dekantieren kann der Reifeprozess beschleunigt werden. Dennoch der Versuch einer Faustregel: Je weiter der Tropfen von seiner eigentlichen Genussreife entfernt ist, desto länger sollte diesem Zeit gegeben werden.

Reifere Semester

Gerade beim reiferen Wein sollte man Feingefühl walten lassen und in jedem Fall dekantieren. Dekantiert man zu früh, kann er leicht oxydieren und bei zu kurzfristigem Dekantieren kann ein «Muffton» entstehen, was gerne auf Kosten des Buketts geht. Der ideale Zeitpunkt ist etwa 10 Minuten vor dem Degustieren.

Banner