Bio-Eier für die Osterfeier

Färben, verstecken, tütschen: Eier sind die heimlichen Stars an Ostern. Wer dabei Wert auf besonders hohe Qualität legt, wählt Bio-Eier vom SPAR. Wo die Hennen wirklich noch glücklich sind, lesen Sie hier.

Aufgeweckt stolzieren die Damen mit typisch ruckartigen Kopfbewegungen umher, scharren in kleinen Gruppen energisch im Sand und gackern unentwegt vor sich hin. Die Rede ist von 2000 Hennen, die hier, in einem weitläufigen, hellen Stall im malerischen Appenzellerland, ihr Zuhause gefunden haben. «Meine Frau und ich sind schon seit 14 Jahren in der Landwirtschaft, waren mit unseren Bio-Milchkühen aber nie ganz ausgelastet. Um auf dem eigenen Grund etwas Neues anzugehen, haben wir uns für Legehennen entschieden. Aufwand und Ertrag rechnen sich hier noch, und im Hinblick aufs Alter ist die Arbeit vergleichsweise leicht», erzählt uns Bauer Köbi. Dass auch die Eier biologisch sein würden, war von Anfang an klar: «Will man in der Schweiz einen Bio-Bauernhof betreiben, müssen automatisch alle Bereiche biologisch sein. Aber Bio wäre für uns sowieso wieder die erste Wahl gewesen. Durch die klare Gesetzgebung sind Futtermittel, Auslauf und Pflege eindeutig festgelegt. Irgendwie macht es einem Bio also auch einfacher. Und den Tieren gefällt’s umso mehr, glauben wir.»

Wie aufs Stichwort beginnen die beiden Körnerstreuer unter dem Dach zu surren. Sofort wird es still im Hühnerstall, die Hennen bilden zwei Gruppen und schauen erwartungsvoll nach oben. Kaum fallen die ersten Körner, senken sich Hunderte rote Kämme gleichzeitig zu Boden und nur noch die flauschigen weissen Federleiber sind zu sehen.

Gerade ist es Februar und die Damen dürfen wegen der Witterung noch nicht ganz nach draussen. Dass seine Hennen nicht vor strahlend blauem Himmel auf der grünen Wiese in Szene gesetzt werden können, ist Köbi aber ganz recht. «Der Konsument von heute darf ruhig sehen, dass auch hinter «bio» Grossbetriebe stehen – und dass wir eine gewisse Grösse haben müssen, um vom Ertrag leben zu können. Den Unterschied macht, wie wir mit den Tieren umgehen.» Wie gut das funktioniert, zeigt ein schneller Gang durch den Stall: Mehrere Hennen folgen Köbi auf Schritt und Tritt, lassen sich streicheln und aufheben – ideal für ein schnelles Portrait.

Doch Legehennen bedeuten auch ein jährliches Abschiednehmen. Die Tiere werden zu Suppenhühnern, Geschnetzeltem oder Wurst verarbeitet. Bei diesem Thema wird der Bauer etwas wehmütig. «Der Gedanke daran schmerzt mich, weil ich das Gefühl habe, dass die Hühner sehr sensible Tiere sind. Wenn man ein gutes Jahr gemeinsam hatte, wenn man dazu geschaut hat, dass es den Tieren möglichst gut geht, dann möchte man lieber nicht Adieu sagen.»

Doch auch das ist Teil des grossen Ganzen. Schliesslich müssen die 1.5 Milliarden Eier von irgendwoher kommen, die in der Schweiz pro Jahr konsumiert werden. Darüber kann Daniel Rüegg einiges erzählen. Als CEO des führenden Schweizer Handelsunternehmens für Eierprodukte – Lüchinger + Schmid – kennt er den Markt wie kein anderer. «Bio bedeutet bei uns, dass sowohl die Eltern der Legehenne als auch ihr Futter biologischer Herkunft sind», erzählt er in der Produktionsstätte am Standort Flawil, wo unter anderem auch die Bio-Eier aus dem Appenzellerland sortiert und verpackt werden. Doch Lüchinger + Schmid gehen noch weiter: «Zusätzlich zu den strikten gesetzlichen Bestimmungen schreiben wir unseren Bio-Produzenten pro 500 Tiere 20 Quadratmeter Schattenplätze im Auslauf vor. Hühner sind Waldrandbewohner und lieben es, sich an dunkle Orte zurückzuziehen. Dazu kommen Sitzgelegenheiten und Tränken im Wintergarten.»

In Flawil werden täglich bis zu 350 000 Eier sortiert. «Das Ei ist für uns das Nahrungsmittel der Zukunft, weil es das tierische Protein mit dem günstigsten CO2-Fussabdruck ist. Zudem verbessern wir uns immer weiter. Ende Jahr werden alle unsere Bio-Produzenten von Soja auf Sonnenblumenkuchen umsteigen, der beim Pressen von Sonnenblumenöl anfällt. Wenn 85% des weltweiten Sojaertrags als Futtermittel verwendet werden, statt Menschen direkt satt zu machen, läuft etwas schief. Und nächstes Jahr können wir vielleicht schon eine neue Technologie implementieren, mit der wir durch einen starken Lichtstrahl die DNS des befruchteten Hühnereis bestimmen können. So würden männliche Eier direkt in die Verarbeitung und weibliche in den Brutkasten gelangen, womit wir unsere Ressourcen noch nachhaltiger nutzen.» Ab diesem Zeitpunkt dürften Ostereier gleich nochmals so gut schmecken.

Wussten Sie …

  • ... dass die Schweiz 1992 Käfighaltung verboten hat und seither alle ausländischen Eier aus Käfighaltung mit dem Satz «Eier aus in der Schweiz nicht zugelassener Haltungsform» deklariert werden müssen?
  • ... dass Eier in Frankreich und Italien eher braun, in der Deutschschweiz und in Deutschland eher weiss sind? 
  • ... dass Sie mit dem Code auf jedem Ei ganz genau herausfinden können, wo es gelegt wurde?
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