Hopfen und Malz, Gott erhalt’s!

Bier war nicht immer ein Hochgenuss – ganz im Gegenteil. In die trübe Plörre wurde einst reingepanscht, was den Brauern in die Finger kam. Erst mit dem Reinheitsgebot von 1516 wurde per Dekret geklärt, was in ein Bier gehört: Hopfen, Malz, Wasser und Hefe. Wie hieraus vortreffliche Biere entstehen können, haben wir uns in der ältesten Brauerei der Schweiz erklären lassen.

Bei sonnigem Biergartenwetter treten wir bei Schützengarten in St. Gallen auf den Hof. Ein würzig-herber Geruch strömt uns entgegen und es braucht nicht viel, um sich in die Zeiten von rangierenden Bierkutschern zurückzuversetzen. Aber bereits im Sudhaus hat die Nostalgie ein Ende – im Herzen der Brauerei dominiert die Moderne. Blitzblanke Böden, chromschimmernde Rohre und gigantische Edelstahlbottiche beherrschen die Szene. Der weitgehend automatisierte Brauprozess wird von konzentrierten Technikern überwacht, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Es geht um viel – aus einem einzigen Sud entstehen am Ende 30 000 Liter vortreffliches Bier.

«Nur mit Leidenschaft entsteht ein wirklich gutes Bier.» Richard Reinart

Im Sudhaus pocht das Herz der Brauerei.

In jedem der vier Edelstahlbottiche findet ein entscheidender Schritt im ausgetüftelten Brauprozess statt:

1. Bottich – Maischepfanne

Hier trifft das Malz, das vorher in der Schrotmühle zerkleinert wurde, mit warmem Brauwasser zusammen. Diese Maische wird dann ganz langsam erhitzt, wodurch sich die Stärke zum grössten Teil in Malzzucker umwandelt. Wir dürfen verschiedene Sorten Gerstenmalz probieren, die teils süss teils würzig schmecken und uns irgendwie an Cornflakes erinnern.

2. Bottich – Läuterbottich

Hat die Maische 78 Grad erreicht, kommt sie in den Läuterbottich. Hier werden die unlöslichen Bestandteile entfernt. Diese als Treber bezeichneten Rückstände gibt Schützengarten als begehrtes Tierfutter weiter.

3. Bottich – Würzpfanne

Die gewonnene Flüssigkeit, die sogenannte Bierwürze, wird in diesem Bottich mit Hopfen versetzt und gekocht. Der Hopfen fügt der Malzsüsse eine bittere Komponente bei. Zudem besitzt der Hopfen eine natürlich-konservierende Wirkung und trägt zur erwünschten Schaumbildung bei.

4. Bottich – Whirlpool

Die noch heisse Bierwürze fliesst zur Klärung durch den Whirlpool und wird abgekühlt. Dabei werden nicht gelöste Hopfenbestandteile, geronnenes Eiweiss und Malzreste aus der Würze entfernt.

Für die Gärung und Lagerung braucht es Geduld.

Nach dem Kühlprozess kommt die Flüssigkeit in den riesigen Gärbottich. Dort wird die Hefe hinzugefügt, die den Malzzucker in Alkohol und Malzzucker umwandelt. Nach einer Woche ist die Hauptgärung beendet und aus der vorgängigen Würze ist nun Jungbier entstanden. Im Lagerbottich folgt alsdann die Nachgärung, Reifung und Klärung des Bieres. Einige Wochen und unzählige Kontrollen später hat das Bier die Konsumreife erreicht.

Die Abfüllung einer Flasche dauert einen Wimpernschlag.

Je nach Biersorte wird entweder noch glanzfein filtriert oder naturbelassen abgefüllt. Die notwendigen Arbeitsschritte erfolgen voll automatisiert und in atemberaubender Geschwindigkeit. So werden die Mehrwegflaschen zuerst absolut hygienisch gereinigt, zur Nachkontrolle nochmals gescannt und dann abgefüllt, etikettiert und verpackt. Jährlich verlassen mehrere Millionen Flaschen die in der Ostschweiz tief verwurzelte Brauerei.

Der Braumeister fungiert als Mastermind und Herr der Sinne.

Für den Geschmack der über 20 individuell gebrauten Biersorten zeichnet Richard Reinart verantwortlich. Der erfahrene Braumeister wirft all sein Wissen, seine sensible Sensorik und seine Intuition in die Waagschale, um Bierfreunde mit vertrauten und neuen Geschmacksnoten zu begeistern. Gemeinsam mit seinen Bierbrauern sichert er sich die besten Rohstoffe, um nach akribischen Analysen unverwechselbare Brauspezialitäten zu kreieren. Am Ende ist es wohl dieser Mix aus Perfektionswille und Kreativität, der ein rundum gelungenes Bier und unverrückbare Markentreue entstehen lässt.

Qualität ist das Mantra der ältesten Schweizer Brauerei.

Auf allen Stufen der Bierherstellung – von der Rohstoffbeschaffung bis hin zum fertig verpackten Bier – erfolgen systematische Qualitätskontrollen. So werden bei jedem Abfüllzyklus Proben entnommen und labortechnisch wie gustatorisch überprüft. Schützengarten ist als einzige Schweizer Brauerei Slow Brewing zertifiert. Somit können sich Bierliebhaber jederzeit auf ein zischendes Schützengarten-Bier freuen.

Die Bier-Sommelière von SPAR verrät ihre persönlichen Favoriten.

Die Bier-Sommelière Daniela Schönenberger versteht sich als Beraterin der Kundinnen und Kunden von SPAR Supermärkten. Sie rät, ihre hier aufgeführten und ab Sommerbeginn im SPAR Supermarkt* erhältlichen Bierempfehlungen in einem Craftbier- oder Rotweinglas zu geniessen. Damit kommen die komplexen Geschmacksprofile der handwerklich gebrauten Biersorten am besten zur Geltung.

* In ausgewählten SPAR Supermärkten erhältlich.

 

SorteBierstilAlk.AugeAromenPasst zu
Schützengarten Jubiläum Sud 1779 33 clOld Style Wit5.0% Vol.Strohgelb, mit leichter TrübungPassend zum 240. Jubiläum haben die Hefejäger im alten Gärkeller die 1779er-Hefe entdeckt. Daraus entstanden ist ein spritzigfruchtiger Biergenuss.Salat, Fischgericht, Fruchtsalat
Valaisanne Blanche 33 clWeizenbier5.5% Vol.Trüb, hellgelbWährend der Kellerhopfung erhält das Valaisanne Blanche seinen unvergleichlichen Charakter.Geflügel, Wurst-Käse-Salat
London Fields Pale Ale Hackney Hopster 33 clPale Ale4.2% Vol.GoldgelbIn der Nase entfalten sich schöne Aromen von Maracuja und Litschi, während sich im Gaumen eine leichte Süsse entwickelt.Mediterraner Küche, würzigem Käse, Mangosorbet
Brewdog Elvis Juice 33 clAmerican India Pale Ale6.5% Vol. Golden, mit BernsteinreflexenBereits in der Nase ist dieses Bier eine richtige Zitrusfruchtexplosion. Die Malzsüsse wird im Abgang markant bitter.«einfach Lust auf Bier» und scharfer asiatischer Küche
Crew Republic In your Face 33 clWest Coast India Pale Ale6.8% Vol.OrangegoldenHinter der Fassade verbirgt sich eine wahre Hopfenbombe. Es ist trocken und voll mit exotischen Fruchtaromen.Burger, Beef und BBQ mit viel scharfer Sauce

Flaschenmuseum

Das Bierflaschenmuseum der Brauerei Schützengarten zeigt die eindrückliche Sammlung von über 3000 Bierflaschen aus 260 verschiedenen Schweizer Brauereien. Zu sehen sind jüngere Exemplare aus neugegründeten, kleinen Spezialitätenbrauereien bis hin zu über 140 Jahre alten Tonflaschen der Brauerei Schützengarten.

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