Zürcher Spitzen

Der Spargel ist die Diva unter den Feldfrüchten. Um das anspruchsvolle Gemüse so frisch wie möglich in die nächstgelegenen SPAR Supermärkte zu liefern, machen die Menschen am Rafzer Spargelhof besonders eines: Tempo.

Waagrecht schweben sie über die Felder, die Schuhe dick mit Erde verkrustet, den Blick fest auf den Untergrund geheftet, die Messer immer im Anschlag für den nächsten Schnitt: zehn Feldarbeiterinnen und -arbeiter auf dem sogenannten «Spargelflieger» – einem Traktor mit Tragflächen. «Das schont den Rücken und beschleunigt die Ernte», erklärt Raphael Peterhans, Betriebsleiter des Spargelhofs im Zürcher Rafzerfeld. Und schnell ist gut. Schliesslich will die Kundschaft ein möglichst saftiges Endprodukt geniessen.

Einige Fahrminuten entfernt ist das Endresultat dasselbe, der Weg dorthin aber um ein Vielfaches beschwerlicher: «Weisser Spargel wächst unterirdisch. Deshalb müssen unsere Mitarbeitenden hier die schwere Schutzfolie über den Erddämmen alle paar Meter anheben, nach den delikaten Köpfchen suchen und den Spargel dann möglichst aufs erste Mal stechen. In der gebückten Haltung eine echte Herausforderung für den Körper. Gut, dass wir extralange Mittagspausen machen.» Peterhans schmunzelt. Der gelernte Agronom hat hier Anfang 2016 die Betriebsleitung übernommen und ist seitdem Herr über 4,5 Hektar Grünspargel und 11 Hektar Weissspargel. Doch wie er den Satz beendet, blitzt ihm der Schalk in die Augen: «Obwohl, eigentlich ist ja alles dieselbe Spargelsorte. Der weisse ist nur bleich, weil er ohne Sonnenlicht wächst. Und er hat eine festere Aussenhaut, weil er sich durch das Erdreich kämpft.»

«Ich finde es super, etwas Gesundes und Sinnvolles produzieren zu können.» Raphael Peterhans

Im Rafzerfeld dreht sich also gerade alles um das erste edle Frühlingsgemüse. Und doch ist die Schweiz spargeltechnisch ein Spätzünder: «Wenn wir wollen, können wir schon ab Januar günstigen Spargel aus dem Ausland essen. Verständlich, dass sich einige Konsumentinnen und Konsumenten dann wundern, wenn sie den Preis des Schweizer Spargels sehen, die ab April nachkommen. Allerdings ist der Fall für uns klar: Wir setzen auf nachhaltige Landwirtschaft und faire Löhne für die Saisonarbeitenden. Und das ist es uns wert.»

Das bedeutet im Gegenzug aber auch, dass jeder Spargel zählt. Gerade wird eine Charge weisser Spargel in die Produktionshalle geliefert, keine fünf Minuten vorher sassen sie noch nichts ahnend tief in der Erde. Sofort stellt sie Feldarbeiter Lukas in den Schockkühler, wo sie mit Eiswasser berieselt werden. «Das stoppt die Zellatmung, der Spargel reift dann nicht mehr weiter und kann etwas länger gelagert werden», erklärt Raphael Peterhans. Erst wenn eine Bestellung hereinkommt, werden die delikaten Speere aus der Kühlung geholt, abgeschnitten und verpackt.

«Wir bereiten nur vor, was am gleichen Tag das Haus verlässt.» Oder was im Haus bleibt. Denn das Herzstück des Spargelhofs ist zweifelsohne der wunderschöne Hofladen. Bestückt mit Spargel aller Kaliber, dem Besten und Exotischsten aus der eigenen Juckerfarm-HofChuchi und frisch Geerntetem aus der Umgebung. Wer jetzt Hunger bekommen hat, dem stehen zwei Möglichkeiten offen: Entweder er bereist die Schönheit der weiten Rafzer Ebene. Oder er besucht den SPAR in seiner Nachbarschaft. Denn den Spargel vom Rafzer Spargelhof gibt es jetzt in ausgewählten SPAR Supermärkten. Zudem ist er auf Vorbestellung erhältlich.

«Wir haben gut 70 % Personal- und Arbeitskosten. Weil uns faire Löhne und nachhaltige Landwirtschaft sehr am Herz liegen.»

Banner