Räbeliechtli, Räbeliechtli, wo gasch hii? I de dunkle Nacht, ohni Schtärneschii, da mues mis Liechtli sii.

Landauf, landab wappnen sich im November unzählige Kindergärten, Eltern und hibbelige Kinder für ihren alljährlichen Räbeliechtliumzug. Anlass ist die jahrhundertealte Tradition, nach dem Einbringen der letzten Feldfrüchte den Weg ins Dorf zum Erntegottesdienst mit Räbeliechtli zu beleuchten. Heute ziehen stellvertretend begeisterte Kids mit fantasievoll geschnitzten und stimmungsvoll illuminierten Herbstrüben durch die Gassen. Dazu erklingen Kinderstimmen mit vertrauten Liedern und altbekannten Reimen.

An vielen Orten leuchten die Rüben

Mit grosser Wertschätzung wird das Brauchtum vor allem in den Kantonen Zürich, Aargau, Basel, Solothurn und Bern gepflegt. Ähnliche Traditionen bestehen im deutschsprachigen Raum in Form der Lichterumzüge zum Sankt-Martins-Tag oder der im thurgauischen Weinfelden zelebrierten Bochselnacht.

Vom Gemüsefach in den Bastelkeller

Bis zur Eroberung der Speisepläne durch die Kartoffel waren die schnellwachsenden Herbstrüben ein beliebtes Gemüse. Heute landen die runden, oben violett gefärbten Räben nur noch selten auf dem Teller, dafür umso häufiger unterm Schnitzmesser. Jedes Jahr pflanzen die Bauern im Zürcher Unterland rund 25 Tonnen Räben eigens für die Umzüge an.

Mit diesen Utensilien kommt Leben in die Räben

Genauso wichtig wie der Umzug mit den Lichtern ist für Kinder das Schnitzen. Benötigt werden:

• 1 Räbe
• 1 grosses Messer
• 1
kleines spitzes Messer
• Guetzliformen
• 1 scharfkantiger Esslöffel
• 1 Zahnstocher
• 3 je 80 cm lange Schnüre
• 3 Teelichter (inkl. Ersatz)
• 1 Packung Streichhölzer
• 1 LED-Licht für kleinere Kinder

So wird´s gemacht

1. Den Deckel (rot-violetter Teil) ca. 2 – 3 Zentimeter dick abschneiden. Zur Belüftung der Kerze durch die Mitte des Deckels ein Loch stossen.

2. Mit Guetzliförmchen die gewünschten Figuren in den Rübenkörper vorstechen. Den Rand der Figuren mit einem Messer vertiefen – nicht zu tief einritzen, nur 1 bis 2 Millimeter. Dann die Schale innerhalb der Figuren ablösen.

3. Die Räbe von innen bis zu einer Randdicke von etwa 2 Zentimetern mit einem scharfkantigen Löff el aushöhlen. Es muss eine dünne Wand bestehen bleiben. Im Boden eine Vertiefung im Durchmesser des Teelichts einschnitzen.

4. Am oberen Rand der Räbe und in den Deckel mit einem Zahnstocher jeweils 3 Löcher stechen und die 3 Schnüre mit einem Spiess hindurchführen. Mit den 3 Schnüren werden durch die Löcher Deckel und Räbe miteinander verbunden, sodass der Deckel nicht hinunterrutschen kann.

5. Am Schluss das Teelicht in die vorgeschnitzte Vertiefung in der Mitte stellen.

Tipp: Den wertvollen Kinderschatz bis zum Umzug in einem Eimer mit leicht gesalzenem Wasser aufbewahren, damit die Räbe nicht vor dem Umzug austrocknet.

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