Der Geschmack von Chasselas

Chasselas ist die wichtigste Weissweinsorte der Schweiz – aromatisch delikater Charakter in Kombination mit einer zugänglichen Bescheidenheit. Und dieser unterschätzten Weinsorte widmet die renommierte Weinautorin Chandra Kurt ihre zweite Weinkollektion, die in Zusammenarbeit mit dem Waadtländer Weinproduzenten Bolle & Cie SA entstanden ist.

Schweizer Chasselas ist ein globales Phänomen, wenn auch nicht primär als Wein: Chasselas ist eine der weltweit am häufigsten angebauten weissen Traubensorten. Global findet man rund 38 000 Hektar – vor allem in Rumänien (13 000 ha), Ungarn (10 000 ha), Schweiz (4013 ha), Frankreich (2620 ha), Deutschland (1129 ha) oder Russland (540 ha). Aber: Die meisten Regionen nutzen die Trauben als Tafeltraube oder zur Herstellung von Traubensaft.

Bescheiden und facettenreich

Anders ist die Situation in der Schweiz. Hier wird daraus seit Jahrhunderten ein knackig frischer Weisswein produziert. Chasselas ist dafür bekannt, sein auffallend delikates Aromaprofil den unterschiedlichen Böden oder klimatischen Bedingungen anzupassen. Dies ist darum besonders bemerkenswert, weil Chasselas zur Gattung der nicht aromatischen Traubensorten gehört, die im Ausdruck eher neutral sind. Also das pure Gegenteil eines aromatischen Rieslings oder Sauvignon blanc. Chasselas ist eine Traube der leisen Töne, die für Aussenseiter manchmal schwer zu erkennen sind – oder bei der man besonders gut zuhören muss. So was wie der Jazz unter den Traubensorten. Ein guter Chasselas ist trocken, zart und sehr erfrischend, mit viel Mineralität und einem leichten floralen Ausdruck: der perfekte Wein, den man trinken will, wenn man Durst hat oder wenn man dem Gaumen eine erfrischende Pause gönnen will. Daher auch sein Spitzname: «vin de s oif».

Die Wurzeln in Waadt

Die Heimat des Chasselas ist das Waadtland, wo 60% aller Rebberge (Stand 2018: 2267 ha) mit Chasselas bepflanzt sind. Und sind auch wortwörtlich seine Wurzeln. Das Waadtland setzt sich aus sechs Weinregionen zusammen, in denen überall Chasselas kultiviert wird: La Côte, Lavaux (UNESCO-Welterbe), Chablais, Côtes de l’Orbe, Bonvillars und Vully. Die besten Weine gedeihen in den atemberaubenden und terrassierten Weinbergen entlang des Genfer Sees, werden jedoch nicht als Chasselas beschriftet, sondern tragen (wie im Burgund) den Namen des Dorfes, der Heimatgemeinde oder des Weinbergs von denen sie stammen. Zum Beispiel St. Saphorin, Yvorne, Aigle, Féchy, Dézaley oder Epesses.


Aigle Grand Cru Chablais AOC (Vaud)

Chandra Kurt beschreibt den Chasselas als eine Traube der leisen Töne, den man trinken soll, wenn man Durst hat oder wenn man dem Gaumen eine erfrischende Pause gönnen will. Mit diesem Chasselas aus der Region Chablais sind Sie goldrichtig. Er präsentiert sich vollmundig, elegant und mit einem langen Abgang.

Passt zu: Apéro, Käsespezialitäten, Seefisch
Trinktemperatur: 8 – 10 Grad

Féchy Grand Cru La Côte AOC (Vaud)

Dieser Féchy ist schmelzig und mineralisch zugleich. Noten von Zitrusfrüchten geben ihm einen kühlen Charme. Trocken sein Finale und sehr elegant sein Eindruck. Hält den Gaumen frisch und macht Lust auf ein zweites Glas. Vin de soif pur!

Passt zu: Apéro, Süsswasserfisch, Sushi, Käsegerichte, vegetarische Küche, Glasnudelsalat
Trinktemperatur: 8 – 10 Grad

Epesses Grand Cru Lavaux AOC (Vaud)

Dieser Wein aus einer der bekanntesten Regionen im Waadtland, Epesses, wird über 10 Monate auf der Feinhefe ausgebaut. Er verfügt über blumige und fruchtige Noten in der Nase, und im Gaumen überzeugt er mit Aromen von exotischen Früchten und Äpfeln. Ein sehr erfrischender Wein.

Passt zu: Süsswasserfisch, Käsegerichte, Krustentiere, Geflügel
Trinktemperatur: 8 – 10 Grad

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