Harte Schale, leckerer Kern

Es ist das Symbol der Fruchtbarkeit und eine sehr beliebte Speise auf Schweizer Tellern: das Ei. Schön, lecker und vor allem vielfältig bietet die ovale Schönheit eine überraschend reiche Variation an Möglichkeiten der Zubereitung und als Zutat. Ob roh, gekocht, verrührt, aufgeschlagen, gebacken, als Omeletten, in Pasta, Crêpes, Patisserie, Zopf – die Arten der Verwendung sind zahllos.

Wie entsteht ein Ei?

Eier wachsen von innen nach aussen – vom Dotter, der von einer Eiweissschicht eingehüllt wird, bis zur Schale, die das Ei gegen aussen schützt. Dieser schichtweise Aufbau wird sichtbar, wenn ein gekochtes Ei halbiert wird: Die dunklen Ringe im Eidotter sind am Tag, die hellen in der Dunkelheit entstanden. Ist der Dotter fertig, wandert er durch den Eileiter, wo das Eiweiss und zwei Verbindungsstränge zur Schale (Hagelschnüre) hinzugefügt werden. Danach bildet sich die Membran um das Eiweiss und zuletzt kommt im Uterus die Schale hinzu – durchschnittlich nur 0.3 mm dick und trotzdem stabil.

Was bestimmt die Farbe der Eier?

Legen braune Hühner braune Eier und weisse Hühner weisse Eier? Was nach einer logischen Erklärung klingt, ist nur ein Gerücht. Die Farbe der Eierschale hängt einzig mit der Genetik respektive mit der Hühnerrasse zusammen: Die Schalendrüse im Legedarm des Huhns produziert Pigmente aus dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Diese lagern sich gemeinsam mit gelben Pigmenten des Gallenfarbstofs während des Abbauprozesses auf der Kalkschale des Hühnereis ab und vermischen sich zu einer braunen Färbung der Schale. Treten die Farbstoffe aufgrund der Hühnerrasse weniger konzentriert oder gar nicht auf, werden die Schalen weiss. Als Faustregel gilt: Hinter dem Ohrläppchen eines Huhns liegt versteckt die sogenannte Ohrscheibe. Ist die Ohrscheibe weiss, legt das Huhn weisse Eier. Eine rote Ohrscheibe ist hingegen ein Zeichen für braune Eier.

Die Eier-Fakten

  • In der Schweiz werden im Durchschnitt 184.4 Eier pro Jahr pro Person gegessen. Der Bio-Anteil liegt bei 17.7%.
  • Ein dafür gezüchtetes Huhn braucht ungefähr 24–26 Stunden um ein Ei zu legen.
  • Je grösser das Ei, desto älter die Henne, je kleiner das Ei, desto jünger.
  • Im Dotter steckt prozentual mehr Eiweiss als im Eiweiss selbst. In einem ganzen Ei sind ca. 8 g Eiweiss enthalten.
  • Das Ei wird beim Brüten bis zu 50-mal pro Tag gedreht. So bleibt der Dotter in der Mitte.
  • Für die Lagerung sind eine niedrige Temperatur und eine hohe Luftfeuchtigkeit optimal. Im Haushalt gehören die Eier deshalb in den Kühlschrank.
  • Frischetest: Einen Krug mit Wasser und wenig Salz füllen. Bleibt das Ei unten, ist es frisch, weil die Luftblase bei frischen Eiern noch sehr klein ist. Die Luftblase wird mit der Zeit immer grösser.
  • Roh oder gekocht? Das Ei auf einer Tischplatte drehen. Dreht es sich schön rund, ist es hartgekocht, ruckelt es, ist es roh.
  • Ein rohes Ei lässt sich besser aufwischen, wenn man es zuvor mit Salz bestreut.

Der DIY-Tipp: Kresseköpfchen (Eierschalen-Upcycling)

Material

  • Leere Eierschalen
  • Watte
  • Kressesamen
  • Unterlage, damit die Eierschalen stehen
  • (Eierkarton, Nestchen oder Eierbecher)

Arbeitsschritte

  1. Im ersten Schritt sollte das Ei aufgetrennt werden. Es empfiehlt sich, es so aufzutrennen, dass eine der Hälften grösser/höher ist. Das Ei muss im Zuge dieses Schrittes ausgeleert werden und kann zum Backen oder Kochen verwendet werden. Im Anschluss daran das Ei mit klarem Wasser ausspülen.
  2. Nun kommt die Watte ins Spiel. Diese muss angefeuchtet werden. Die Eierschalen dann mit der Watte befüllen.
  3. Streuen Sie die Kressesamen grosszügig auf die Watte. Ist die Watte mit Kressesamen übersät, diese noch einmal mit Wasser befeuchten.
  4. Und nun heisst es abwarten. Schon nach 1–2 Tagen keimen die Samen. Nach etwa 1 Woche ist die Kresse herangewachsen.
  5. Wer möchte, kann auf die Kresseköpfchen ein Häschen-Gesicht malen und fertig ist die Osterdeko oder das Ostergeschenk. Dieses Geschenk kann auch ganz einfach mit Kindern gemacht werden.

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